Arbeit am Laptop

Wir sind #divers_IT

„Pride Month ist in unserer Firma kein Monatsthema, sondern Standard“- 2012 entschied sich unsere Kollegin Alexandra zu einem Geschlechterwechsel. Ihr Erfahrungsbericht zu #divers_IT:

Ich bin leider nicht mehr so aktiv in der Community, die sich besonders stark betroffen fühlt, dennoch habe ich das eine oder andere zu erzählen. By the way, ich verzichte auf das Gendern in diesem Beitrag, das ist mir viel zu umständlich. ;-)

Vor 9 Jahren habe ich selbst mein komplettes Leben auf den Kopf gestellt und offiziell mein Geschlecht gewechselt. Ich kann euch sagen, das war nicht so einfach wie es vielleicht klingen mag. Man hadert mit sich selbst. Man fragt sich, ob es richtig ist, was man fühlt. Ob man sein Leben so weiterführen kann oder ob man etwas ändern muss. Ich gehe lebensverändernde Entscheidungen immer so an, dass ich versuche von außen eine andere Sicht zu bekommen. Aus diesem Grund habe ich damals auch über ein Jahr lang einen Experten hinzugezogen. Tipp von meiner Seite: Schämt Euch für nichts und sucht Euch Hilfe, wenn ihr mit einem Problem nicht allein fertig werdet!

Beim Coming-Out gibt es viele Faktoren, die noch vor dem Arbeitsumfeld eine große Rolle spielen. Familie, Freunde, Akzeptanz aber auch Ablehnung. Eine Achterbahnfahrt, die einen aber trotzdem nicht davon abhalten sollte, seinen eigenen Weg zu gehen. Sich Kollegen und Vorgesetzten, mit denen man einen Großteil seiner Lebenszeit auf engem Raum verbringt, zu öffnen ist eine unaussprechlich große Hürde. Ich selbst habe in der ITSV GmbH die Erfahrung gemacht, dass die Hürde dann gar nicht so groß ist, wie man vielleicht erwartet hat. Direkte Kollegen, Teamleiter und allen voran Gerhard, unser Betriebsratsvorsitzender, haben mich unterstützt, bestärkt und sind mit mir den Weg gemeinsam gegangen. Ganz ohne Reibung ging es klarerweise nicht, ich hätte mir zu diesem Zeitpunkt an manchen Stellen ein schnelleres Handeln gewünscht, da es sich für mich um einen großen Einschnitt in mein Leben gehandelt hat. Ich denke aber auch hier sollte man als betroffener Verständnis mitbringen. Es liegt fast ein Jahrzehnt hinter mir und es war sowohl für mich, als auch für meine Umwelt Neuland, somit musste jeder erst seinen Weg finden, damit umzugehen. Ob ich glaube, dass es 2012 in einer anderen Firma noch besser abgelaufen wäre? Definitiv nicht. Pride Month ist in unserer Firma kein Monatsthema, sondern Standard. Es liegt fast ein Jahrzehnt hinter mir und es war sowohl für mich, als auch für meine Umwelt Neuland, somit musste jeder erst seinen Weg finden, damit umzugehen.


Ich bin stolz darauf, anders zu sein. Und niemand sollte Angst davor haben, nach seinen wahren Gefühlen zu leben. Ich bin froh, in der ITSV GmbH zu arbeiten, in einer Kollegschaft, die Toleranz jeden Tag aufs Neue lebt und einen so sein lässt, wie man will.

Alex GreinAlexandra Grein, Mitarbeiterin im Bereich Software

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